Eine gemeinsame Initiative des Landes Salzburg mit der Salzburger Ärztekammer.

FOLLOW US

Jetzt wird’s ernst! Prostatakrebs muss kein Schicksal sein.

Jetzt-wird-ernst-Prostata

Jetzt wird’s ernst! Prostatakrebs muss kein Schicksal sein.

Hand auf’s Herz: Gehst du regelmäßig zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung? Wenn ja: 100 Punkte! Wenn nicht, möchten wir dir hier ein paar gute Gründe nennen, warum du das bald nachholen solltest. Denn diese Untersuchung kann Leben retten!

 

Die Prostata

Als junger Mann verschwendet man in der Regel nur wenige Gedanken an das innere Geschlechtsorgan, das auch als Vorsteherdrüse bezeichnet wird, und in den meisten Fällen wunderbar funktioniert. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Drüse, die unter der Harnblase sitzt, einen Teil der Harnröhre umschließt und maßgeblich an der Fruchtbarkeit des Mannes beteiligt ist. Sie produziert die Samenflüssigkeit, die notwendig ist, um Spermien transportfähig zu machen. Ansonsten ist der elastische Muskelball ein eher unauffälliges Organ. Erst, wenn die Prostata Probleme macht, größer wird oder Schmerzen verursacht, bekommt sie mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

 

Vergrößerung der Prostata

Eine Vergrößerung der Prostata ist ab dem 50. Lebensjahr eines Mannes nichts Ungewöhnliches. Je älter „Mann“ wird, desto mehr nimmt die Anzahl der Prostatazellen zu – und damit das Volumen der Prostata, die bei jungen Männern etwa so groß ist wie eine Walnuss und im Alter auf die Größe eines Tennisballs wachsen kann. Da die Prostata die Harnröhre umschließt, macht sich eine Vergrößerung vor allem beim Wasserlassen bemerkbar – die Harnröhre wird gewissermaßen eingeschnürt. Das ist zwar unangenehm, aber auch ungefährlich und lässt sich beispielsweise medikamentös behandeln. Eine vergrößerte Prostata, oder medizinisch gesprochen, eine benigne Prostatahyperplasie (BPH), ist eine gutartige Veränderung und KEIN Krebs.

 

Ein Symptom – zwei mögliche Ursachen

Problematischer als die Vergrößerung der Prostata ist das Prostatakarzinom. Das Fatale ist: Typische Symptome, die frühzeitig auf einen bösartigen Tumor hinweisen, gibt es nicht! Oder anders gesagt: Die Symptome, die auf ein Karzinom hinweisen könnten, sind denen, die auf eine harmlose Vergrößerung hinweisen, zum Verwechseln ähnlich:

 

Mögliche Symptome einer Prostatavergrößerung:

  • häufiger und starker Harndrang, auch nachts
  • Probleme beim Wasserlassen
  • schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer ist
  • später eventuell Inkontinenz mit unkontrolliertem Harnverlust

 

Mögliche Symptome bei Prostatakrebs:

  • verstärkter Harndrang, vor allem nachts
  • Probleme beim Wasserlassen
  • schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Inkontinenz (unkontrollierter Urinverlust)
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Blut im Urin oder Ejakulat
  • Schmerzen im Bereich der Prostata
  • Schmerzen in der Kreuzgegend, im Becken, den Hüften oder den Oberschenkeln
  • Erektionsschwäche
  • verminderter Samenerguss

 

Gerade weil die Symptome so unspezifisch sind, sollte man sie immer ernst nehmen und ärztlich abklären lassen! Die gute Nachricht ist: Wird das Prostata-Karzinom rechtzeitig erkannt, gibt es gute Heilungschancen. Der Krebs kann dann mit unterschiedlichen und gut erprobten Therapien besiegt werden und auch die unliebsamen Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder Impotenz treten seltener auf als „Mann“ oft befürchtet! Voraussetzung für einen positiven Verlauf ist allerdings das frühzeitige Erkennen der Krebszellen.

 

Darum rufen wir vom Helden.Check dazu auf: Wenn ihr über 40 seid und das ein oder andere Symptom schon mal bei euch beobachtet habt, vereinbart einen Termin beim Arzt eures Vertrauens und geht zur Vorsorgeuntersuchung!

 

Keine Sorge vor der Vorsorge

Was euch erwartet:

 

  • Tastuntersuchung

Sie ist die wohl bekannteste Form der Vorsorgeuntersuchung: Die „große Hafenrundfahrt“, oder medizinisch korrekt, die digitale rektale Untersuchung (DRU). Da die Prostata auch an den Enddarm grenzt, ist sie rektal gut zu ertasten. Hierbei kann der Arzt direkt erkennen, ob eine Vergrößerung oder eine andere Unregelmäßigkeit vorliegt, die auf ein Karzinom hinweisen könnte. Ob man das als angenehm empfindet oder nicht, darf jeder selbst entscheiden. Sicher ist aber: Jedermann ab 45 sollte diese einfache, aber effektive Form der Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, um Schlimmeres zu verhindern.

 

  • PSA-Analyse

Eine andere mögliche Methode zur Früherkennung ist die Bestimmung des PSA-Wertes. PSA – das prostata-spezifische Antigen – ist ein Enzym, das sich im Sekret der Prostata befindet und unter anderem für fruchtbares Sperma sorgt. Ist der Wert erhöht, könnte das auf ein Karzinom hinweisen, ABER: Wie alle Werte im Körper ist auch der PSA-Wert natürlichen Schwankungen unterlegen. Ein erhöhter Wert kann – muss aber nicht unbedingt ein Warnsignal sein. Eine PSA-Wert Messung alleine reicht also nicht: Die Aussagekraft des PSA-Wertes ergibt sich aus dem Verlauf mehrerer Werte. Steigt der Spiegel weiter an, sollte man auf jeden Fall zusätzliche Untersuchungen vornehmen lassen.

 

  • Ultraschall

Beim Transrektalen Ultraschall (TRUS) wird eine Sonde in den Mastdarm eingeführt und liefert per Echo-Resonanz Verfahren Bilder von der Prostata und ihrer Umgebung. Die Untersuchung ist schmerzlos und absolut ungefährlich. Allerdings wird sie vor allem zur Diagnose einer Prostatavergrößerung empfohlen, da sie Aufschluss über das Volumen der Prostata geben kann. Da Krebsherde aber erst ab einer bestimmten Größe im Ultraschall erkennbar werden, ist das TRUS-Verfahren nicht als alleinige, aber als ergänzende Früherkennungsuntersuchung geeignet.

Übrigens: Um eine Diagnose wirklich abzusichern, ist es grundsätzlich ratsam, mehrere Untersuchungen durchführen zu lassen. Eine Kombination aus verschiedenen Diagnoseverfahren ist weitaus verlässlicher als einzelne Momentaufnahmen.

 

 

Risikofaktoren und Prävention

Der größte Risikofaktor, sowohl für die Prostatavergrößerung als auch für ein Prostatakarzinom ist: Das Alter. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher ist, dass die Prostata Probleme macht. Ab 50 zählt „Mann“ zur Risikogruppe – ab 70 zur Hochrisikogruppe. Eine genetische Disposition kann das Risiko ebenfalls erhöhen, aber genau wie das Alter kann man auch die vererbte Disposition nur schwer korrigieren. Was man aber erheblich beeinflussen kann, ist der dritte wesentliche Risikofaktor: Ein ungesunder Lebensstil.

 

Es hängt alles zusammen

Der Körper ist ein sensibles System, das immer ganzheitlich betrachtet werden muss. Sobald etwas ins Ungleichgewicht kommt, beispielsweise die Blutfettwerte, der Hormonspiegel oder das eigene Körpergewicht, ist der Körper anfälliger für Krankheiten und kann sie schwerer abwenden. Wer einen gesunden Lebensstil pflegt, stärkt gleichzeitig sein Immunsystem und ist grundsätzlich besser gegen Krankheiten, oder auch bösartige Zellveränderungen, geschützt.

 

Die üblichen Verdächtigen

 Was einen gesunden Lebensstil ausmacht, ist heutzutage kein Geheimnis mehr. Trotzdem hier nochmal zur Erinnerung:

 

  • Ernährung: Es gibt zwar keine „Wunder-Lebensmittel“, die sicher vor Krebs schützen, aber es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass sich eine mediterrane Kost mit viel Gemüse, Ballaststoffen und gesunden Fetten positiv auf die Gesundheit auswirkt und sogar das Krebsrisiko senken kann. Die WHO empfiehlt außerdem, auf industriell verarbeitete Produkte zu verzichten. Diese können nicht nur zu viel Salz und Zucker, sondern auch Geschmacksverstärker und andere Stoffe enthalten, deren Wirkung auf den menschlichen Körper nach wie vor ungeklärt ist oder teilweise schon als krebsfördernd eingestuft wurde.

 

  • Wenig oder gar kein Alkohol: Ja, wir trinken alle gerne mal ein Gläschen. Oder auch zwei. Trotzdem steht fest, dass Alkohol ein schädliches Nervengift ist, Übergewicht begünstigt und sogar den Hormonspiegel beeinflussen kann. Letzteres ist insbesondere als Risikofaktor für Prostatakrebs relevant, da das männliche Geschlechtshormon Testosteron sowohl für die Funktion der Prostata als auch für das Wachstum der Krebszellen in der Vorsteherdrüse eine wichtige Rolle spielt. Darum empfiehlt die WHO für Männer: Maximal ½ Bier oder ¼ Liter Wein pro Tag und zwei Tage pro Woche gar kein Alkohol.

 

  • Rauchen: Mit dem Tabakrauch inhaliert ein Raucher nicht nur Nikotin, sondern auch eine Reihe anderer schädlicher Substanzen, die das Krebsrisiko nachweislich steigern. Außerdem leiden die Lunge, das Immunsystem und der gesamte Organismus. Nicht zu rauchen ist also wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils und gleichzeitig eine Möglichkeit zur aktiven Krebsprävention.

 

  • Übergewicht: Einige Krebsforscher bringen Übergewicht, beziehungsweise das „metabolische Syndrom“, mit der Krebsentstehung in Verbindung. Dabei handelt es sich um die gefährliche Kombination aus Übergewicht, erhöhten Blutfetten, Bluthochdruck und zu hohen Blutzuckerwerten. All das belastet den Körper, bringt den Stoffwechsel ordentlich aus dem Gleichgewicht und es kann zu Entzündungsreaktionen kommen. Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, sollte also auf ein gesundes Normalgewicht achten – und falls nötig, ein paar überschüssige Kilos verlieren.

 

  • Sport und Bewegung: Zu guter Letzt bleibt immer wieder zu sagen: Der Körper ist ein Bewegungsapparat! Werden Stoffwechsel, Herz-Kreislauf & Co. nicht ausreichend aktiviert, wie es im Büroalltag oft der Fall ist, kann es zu unangenehmen, aber auch gefährlichen Folgen kommen. Darum gilt auch für die Krebsprävention: Wer körperlich aktiv ist, steigert nicht nur sein Wohlbefinden, sondern kann nachweislich sein Krebsrisiko senken.

 

Fazit

Prostatakrebs muss also kein Schicksal sein. Wer auf seine Gesundheit achtet und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, kann einem bösartigen Prostatakarzinom und schwerwiegenden Folgen entkommen.

Solltet ihr aber Symptome bei euch beobachten, oder sogar schon einen positiven Krebsbefund haben: Für die Prostatakrebs Behandlung stehen bereits zahlreiche bewährte Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Alter und Stadium der Krebszellen eingesetzt werden. Die radikale Prostataentfernung oder eine Chemotherapie sind nur zwei mögliche Verfahren und nicht in jedem Fall sinnvoll! Eine lokale Strahlentherapie, eine Hormontherapie oder sogar „nur“ das aktive Beobachten der Zellveränderungen können ebenfalls sinnvolle Maßnahmen sein.  Sprecht daher mit eurem Arzt über mögliche Therapieverfahren und trefft gemeinsam die richtige Entscheidung.

 

Mehr Infos für echte Helden findet ihr unter www.heldencheck.at und in unserem Blog!

 

 

Quellen: