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Keine Zeit fuer Burn-Out? 6 Tipps, um ein Burn-Out zu verhindern

Burn-Out

Keine Zeit fuer Burn-Out? 6 Tipps, um ein Burn-Out zu verhindern

Am Abend noch ein beruflicher Termin, am Wochenende noch die Dienstreise nach Moskau, im Urlaub ist leider auch noch so viel zu tun? Wenn man nicht aufpasst, geht es schneller als man denkt. Warum gerade Männer gefährdet sind, sich zu überfordern und im schlimmsten Fall im Burn-Out zu landen, hat viele Gründe. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag!

Der „Mann von heute“ muss vieles leisten: beruflicher Erfolg, Glück in der Liebe, eine Familie gründen, gut aussehen und auf alle Fragen eine Antwort haben, sind nur einige der Bullet-Points auf der To-Do-Liste für den modernen Mann. Die Ansprüche der Gesellschaft sind hoch – die eigenen Ansprüche aber auch. Und gerade die sind es, die viele Männer gefährden, die eigenen Bedürfnisse zu überhören und dem Perfektionismus alles unterzuordnen. Es vergehen oft Wochen und Monate, bis man die körperlichen und seelischen Symptome nicht mehr ignorieren kann und sich der Diagnose „Burn-Out-Syndrom“ stellen muss.

 

Burn-Out – eine missverstandene Krankheit

Psychische Krankheiten haben bei ehrgeizigen Menschen sowieso schon keinen guten Ruf. Sie werden mit Schwäche, mangelnder Disziplin und vor allem „Verrücktsein“ assoziiert – das will niemand von sich behaupten. Wenn es sich dann auch noch um ein „Erschöpfungssyndrom“ handelt, fällt es gerade Männern besonders schwer, zu akzeptieren, dass sie möglicherweise davon betroffen sein könnten. Dabei wissen die wenigsten, was Burn-Out überhaupt ist!

„Burn-Out“ – das Syndrom, „ausgebrannt“ zu sein – fasst verschiedene Erschöpfungssymptome zusammen, die bei chronischer Überforderung auftreten können. Diese Symptome sind individuell unterschiedlich. Sie können sich in Schlafstörungen, Magen-Darm-Problemen, erhöhter Reizbarkeit, sexuellen Problemen und vielen anderen körperlichen und mentalen Symptomen äußern. Es gibt also keine eindeutigen Anzeichen für ein Burn-Out – es ist mehr die Summe der Symptome, der Lebensumstände und der Persönlichkeit.

 

Typische Risikofaktoren sind:

  • Es fällt dir schwer, „nein“ zu sagen
  • Du hast eigentlich immer Stress.
  • Du bist perfektionistisch und hast sehr hohe Ansprüche an dich selbst.
  • Du hast das Gefühl, in deinem Job unentbehrlich zu sein.
  • Deine Kunden / Klienten / Patienten sind dir wichtiger als deine Freunde.
  • Dein Selbstbewusstsein speist sich aus der Leistung, die du erbringst.
  • Deine eigenen Bedürfnisse nimmst du nicht immer ernst.
  • Du findest, dass das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung mit Schwäche zu tun hat.

 

Gerade für Männer, auch bekannt als das „starke Geschlecht“, das Frau und Kinder schützen und das Geld nach Hause bringen muss, stellt es eine große Überwindung dar, zuzugeben, dass sie überfordert sind. Außerdem haben sie gar keine Zeit für ein Burn-Out – schließlich ist noch so viel zu tun! Wenn die Energie dann langsam schwindet, haben viele das Gefühl, versagt zu haben. Das frustriert zusätzlich zum angegriffenen Selbstbewusstsein. Die gefühlte Überforderung erwirkt oft die „innere Kündigung“. Man hat das Gefühl, es sowieso nicht mehr zu schaffen und man hat auch keine Lust mehr darauf. Das ist der Anfang einer fatalen Negativ-Spirale. Spätestens hier heißt es: STOP!

 

Burn-Out ist eine komplexe Problematik. Je früher man sie erkennt und behandelt, desto besser sind die Heilungschancen. Männer sind häufig gefährdet, die ersten Signale zu ignorieren oder auch nicht wahrhaben zu wollen. Umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, immer mehr ins Burn-Out reinzurutschen, ohne aktiv etwas dagegen zu unternehmen.

 

Burnout-Mann

 

6 Tipps, um ein Burn-Out zu verhindern

 

  1. Zeit für Auszeiten schaffen: Auszeiten und Pausen sind extrem wichtig. Nimm dir Zeit dafür! Vielleicht musst du dich am Anfang dazu zwingen – gerade, wenn man unter Leistungsdruck steht, findet man oft keine Zeit zum Entspannen. Der Clou ist: Zeit hast du immer – du musst sie dir nur nehmen! Wenn du merkst, dass du über Monate oder sogar Jahre hinweg „nie Zeit hast“, trage dir am besten bewusst deine Auszeiten im Kalender ein und halte dich auch daran. Du wirst sehen: sie sind Gold wert und können deine Leistung, wenn es darauf ankommt, sogar noch steigern. Schließlich liegt in der Ruhe die Kraft.

 

  1. Achte auf deine Ernährung: Ernährung hat nicht nur mit Abnehmen oder Diätwahn zu tun. Ernährung ist die Basis für unser Leben – du bist, was du isst! Wer sich ungesund ernährt, gibt seinem Körper nicht die Energie, die er braucht, um den Stress des Alltags gut bewältigen zu können. Auch das Immunsystem leidet und trägt zusätzlich zu einem geschwächten Organismus bei. Zur gesunden Ernährung gehört übrigens auch, genug zu trinken! 2 Liter täglich sind das Minimum, um dich ausreichend mit Wasser zu versorgen. Und du beugst gleichzeitig Bluthochdruck und anderen unliebsamen Problemen vor!

 

  1. Meditieren kann helfen: Es muss nicht unbedingt Qi-Gong sein. Und auch nicht die abgedrehte Yoga-Session. Trotzdem kann regelmäßige Meditation eine gute Methode sein, den inneren Stresspegel dauerhaft zu senken und in gewissen Situationen entspannter zu reagieren. Abgesehen davon: Stress ist extrem ungesund. Er verschlechtert den Schlaf und lässt die Entzündungswerte im Körper ansteigen – so kann Stress auch noch ganz andere gesundheitliche Probleme begünstigen. Also: Entspann dich!

 

  1. … Sport: Eingefleischte Sportmuffel können es schon nicht mehr hören. „Mach endlich mal mehr Sport!“. Ja, das nervt. Leider ist es aber nun einmal so, dass Sport unserem Körper unglaublich guttut und uns nachweislich sowohl vor körperlichen als auch vor psychischen Krankheiten schützen kann! Also fasst euch ein Herz und sucht euch eine Sportart aus, die ihr langfristig durchhalten könnt. Schon nach ein paar Wochen werdet ihr merken, dass ihr euch insgesamt einfach wohler in eurer Haut fühlt. Just do it!

 

  1. Stärke deinen Selbstwert: Es ist völlig okay, wenn man sich über Lob und Anerkennung von anderen freut. Und es ist okay, wenn man beruflich erfolgreich sein will. Die Gefahr aber liegt darin, sich ausschließlich darüber zu definieren. Du bist sicher nicht nur gut in deinem Job – schreib doch mal auf, was dich sonst noch ausmacht! Worin bist du richtig gut? Sei stolz darauf und stell dein Selbstbewusstsein breiter auf! Dann bist du auch nicht mehr auf das Lob von deinem Chef angewiesen.

 

  1. Sei gut zu dir: Es ist schön, für andere da zu sein. Aber es hat niemand was davon, wenn du dich dafür kaputt machst. Hör ab und zu auch auf deine eigenen Bedürfnisse und sei zur Not auch mal egoistisch. Überleg dir, was dir guttut und nimm dir bewusst die Zeit dafür, dich zu belohnen – wie könnte das bei dir zum Beispiel aussehen? Ein Feierabendbier mit deinem besten Freund, ein Waldlauf oder ein Nachmittag in der Sauna? Egal, was es ist: wenn es dir guttut, tu mehr davon!

 

 

Wer bin ich und was will ich?

Wenn man einmal ins Hamsterrad geraten ist, ist es extrem schwierig, sich daraus zu befreien. Darum gilt: Nimm erste Frühwarnzeichen ernst und hör in dich hinein! Zu wissen, was man braucht und was eigentlich die eigenen Bedürfnisse sind, ist übrigens gar nicht so leicht! Stell dir also öfter mal die Frage: wie geht es dir gerade? Wie fühlst du dich? Bist du zufrieden oder gibt es etwas, das du ändern möchtest? Darüber hinaus kann es auch sehr hilfreich sein, deine Gedanken mit anderen zu teilen. Das hat gleich zwei Vorteile: erstens musst du nicht alles in dich hineinfressen, und zweitens hilft ein Gegenüber immer dabei, zu reflektieren und vielleicht eine andere Perspektive zu sehen. Neugierig? Dann probier es aus!